November 9th, 2006
„Ornament – die Peripherie im Zentrum der Kunst“
Meine Damen und Herren,
wenigstens aus meinem Blickwinkel beginnt diese Veranstaltung mit einer ganz besonderen ornamentalen Konstellation, die unter der Bezeichnung einer Quadratur des Kreises ebenso geläufig wie unbekannt ist. Vielleicht ist die mir gestellte Aufgabe einer Einführung um so ehrenvoller, als sie eigentlich unlösbar ist. Wie könnte es gelingen, auf eine Ausstellung mit zehn heterogenen Künstlerpersönlichkeiten einzugehen und zugleich auf ein Symposion mit Vortragenden ganz unterschiedlicher fachlicher Provenienz vorzubereiten? Read the rest of this entry »
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November 9th, 2006
„Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang“ (Rilke)
Anmerkungen zu Symmetrie und zu Symmetriebrüchen in Kognition und Ästhetik
Das – besser – die Themen der Ausstellung und des Symposiums: „Pattern Project – Ornament, Spiegel subatomarer Welten“, wie auch die Texte des Flyers, machen eine Annäherung nicht einfach. Als Gertrud Schrenk mir davon erzählte, kam ich mir vor wie der Fuchs in einer Fabel des Aesop. Da sitzt ein kranker Löwe in einer Höhle, an der der Fuchs vorbei kommt. „Warum kommst du nicht herein?“ fragt der Löwe. Darauf der Fuchs: „Ich träte schon ein, wenn ich nicht sähe, dass viele Spuren hinein führen, aber keine hinaus.“ Read the rest of this entry »
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November 9th, 2006
„Ausgerechnet Bananen:
Die Ornamentfrage bei Adolf Loos oder die Evolution der Kultur“
Josephine Baker berichtet in ihrer Autobiographie Ausgerechnet Bananen: „Paris ist einem wahren Vergnügungsrausch verfallen, es dürstet nach Amüsements: ich amüsiere es. In meinem Nachtklub streiche ich den Herren über den Schädel und zupfe sie am Bart, wenn sie einen haben, ich mache den Damen Komplimente und bringe ihnen den Charleston bei und manchmal spreche ich auch ernsthaft mit solchen, bei denen sich die Mühe lohnt.“1
Auch der Architekt Adolf Loos soll, einem Bericht zufolge bei dem afroamerikanischen Revuestar Josephine Baker den Charleston gelernt haben.2 Read the rest of this entry »
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November 9th, 2006
„Das Auge als Fenster zum Gehirn“
Beim Leser dieser Zeilen entstehen Bilder der Buchstaben im Auge, werden im Sehnerven ins Gehirn geleitet und dort als Worte und Sätze verstanden. In diesem engeren Sinn ist das Auge ein Fenster unseres Gehirns und gewährt uns Ausblicke auf die Umwelt. Der Titel Fenster zum Gehirn soll jedoch auch das Forschungsgebiet des Verfassers darstellen: Welche Einblicke in den Aufbau und die Funktion des Gehirns gewinnen wir durch die Erforschung der Netzhaut des Auges und des Sehsystems? Beide Blickrichtungen, die des Lesers, wenn er die folgenden Bilder und optischen Täuschungen interpretieren muß, sowie die des Verfassers, der die Funktionszusammenhänge des Auges erklärt, werden auf den folgenden Seiten abwechselnd zu finden sein und hoffentlich das Fenster zum Gehirn einen Spaltbreit öffnen. Read the rest of this entry »
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November 9th, 2006
„Kritische Theorie des Ornaments“
Ich freue mich, hier anstelle meines Kollegen und meines Freundes aus Frankreich, Gerard Raulet (Sorbonne) sprechen zu dürfen, mit dem zusammen ich zwei Bücher zum angesagten Thema des Ornament-Problems herausgegeben habe: „Kritische Theorie des Ornaments“ und „Vom Parergon zum Labyrinth“ (beide erschienen im Böhlau Verlag Wien/Köln/Weimar). Ich freue mich aber auch, im Zusammenhang mit einigen Naturwissenschaftlern zu dem Thema zu sprechen. Denn das mehrt sich glücklicherweise, daß in Kunstdebatten sich Geisteswissenschaftler und Naturwissenschaftler begegnen, nicht, um, wie früher, ihre entgegengesetzten Einstellungen einander abzutauschen, sondern um nach Übereinstimmungen in den Überschnitten ihrer Überlegungen zu suchen.
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November 9th, 2006
Muster und Ornament in der Computermusik
Zweierlei „Ornamente“
In der Musik kann der Begriff „Ornament” zwei verschiedene Bedeutungen haben.
Zunächst führt er auf das zurück, was zu einem musikalischen Text hinzugefügt wird. Dies ist die traditionelle Begriffsbestimmung des Ornaments in der Musik, die sich von der Bedeutung des „Ornaments” in den anderen Künsten erheblich unterscheidet. Read the rest of this entry »
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