Pattern Project

9. 8. 2006

Georges Bloch

„Muster, Ornament und Computermusik“

Komponist, Université Marc-Bloch Strasbourg

Der Computer, als Werkzeug, Musik zu komponieren und zu analysieren, versetzt uns in die Lage, ganz alte, zentrale Probleme der Komposition zu lösen: insbesondere, wie Muster hinsichtlich ihrer inneren Wiederholung beschrieben werden können.

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Das Problem ist sehr alt: wie Schönberg sagte, ist Komposition die Kunst der Wiederholung; aber wie kann man geeignetes Ausgangsmaterial finden, das Wiederholungen erlaubt? Besonders wenn es um Systeme geht, die die Ideen der Ausführenden einbeziehen, soll die Struktur des Musters steigern, was einmal musikalisches Ornament genannt wurde.

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Einige praktische Anwendungen des im Vortrag Besprochenen werden aufgeführt, von Hélène Schwartz, Piano, Émilie Rossez, Video, und mir selbst.

Vortrag >>

Georges Bloch – zur Person

geboren in Paris. Ingenieurstudium an der École centrale in Lille und Kompositionskurse an der University of California in San Diego. Seit 1990 Dozent er an der Université Marc-Bloch in Straßburg: Seminare und Vorlesungen über die Beziehungen zwischen Musik und Film.

Daneben Sänger und Musiker: Sänger bei der Vorwärts Harmonic Blass Band, tönende Poesie mit Jaap Blonk; Neuvertonung von Sprechfilmen mit einem Musikerquintett und klassische Recitals zusammen mit dem Pianisten Boris Chnaider, u. a. mit Werken von Braxton, Risset, Henze, Mussorgsky, Wuorinen, Bobby Lapointe, Bloch.

Als auswärtiger Forscher des IRCAM-Forschungsteams, das sich mit musikalischen Vorstellungen beschäftigt, arbeitet er über die „canons of maximal category“ (Kanon maximaler Kategorie, Vuza, 1991) und interessiert sich auch für computergesteuerte Improvisationstechniken und -einrichtungen. Zu seinen Kompositionen zählen: Canons à marcher (2004) für Sängerensemble (Musiktheater), das vom Ensemble vocal de Strasbourg uraufgeführt wurde; Tours de la cathédrale de Reims: une empreinte sonore (2002) für Klarinette, Saxofon, Kontrabass, Schlagzeug, Führer und Kathedrale (musikalische Führung durch die Türme und das Zimmerwerk der Reimser Kathedrale); Souvenirs & moments (2001) für Mezzosopran, Gegenstände und Fotos von Jean-Michel Alberola; Fondation Beyeler: une empreinte sonore (2001) für Violine, Klarinette, Saxofon, Kontrabass, Schlagzeug, Führer und Museum (fünf gleichzeitige Führungen durch die Beyeler Stiftung in Riehen [CH]); Fragments corbuséens palmés (1995) für Mezzosopran, Klangskulptur und den Le Corbusier-Wasserturm in Pessac (bei Bordeaux); Palmipèdes d’agrément (1993) für Bratsche und virtuellen akustischen Raumprozessor (allererste Komposition, die den im IRCAM erfundenen „spatialisateur“ verwendet); Palmipèdes salins (1992) für Blechensemble und das Nicolas-Ledoux-Salzbergwerk in Arc-et-Senans (Jura); Jimmy Durante Boulevard (1986) für drei improvisierende Musiker und interaktive Computereinrichtung.