Pattern Project

28. 10. 2011

ornamental structures in Saarbrücken

Eine von Lisa von Mengden kuratierte Ausstellung. Sehr schön und interessant, besonders die oberen Räume!

Autoreifen geschnitzt von Wim DelvoyeEine Entdeckung Wim Delvoye! Diese ornamentierten Reifen sind handgeschnitzt (sicher hat er eine Werkstatt, die das macht…); die Kuratorin Lisa von Mengden fragt im Katalog “lanciert Delvoye hier eine fulminante Kritik des Distinktionsbedürfnisses der herrschenden Klassen?” – Pierre Bourdieu lässt grüßen!!! Viele interessante Arbeiten in den verschiedensten Feldern auf seiner Website www.wimdelvoye.be/


Enttäuschend die Arbeit von Margret Eicher (eine meiner Lieblingskünstlerinnen), ein ganz frühes Werk, Tintin-Comics kombiniert mit einem Deckengemälde von Tiepolo, in einfacher anordnung ständig wiederholt. Tintin sucht Gott, ein unerreichbarer Sehnsuchtsort, Metapher für die Sinnlosigkeit menschlichen Strebens - kann man wie im Katalog interpretieren, aber die Arbeit gibt das so nicht her. Ihre zweite, im Katalog als in der Ausstellung gezeigte Arbeit war leider nicht dort.

Mariella Mosler, HaarobjekteAber dann wieder Mariella Mosler, Haarobjekte - ganz wunderbar! echtes Haar, gefärbt, gehäkelt

 

Also schnell noch hingehen! (bis 30. Okt) 


22. 7. 2011

man kann mich noch vom Hocker reißen…

…das schaffen Arbeiten, die am Lehrstuhl von Prof. Hovestadt an der ETH Zürich entstehen.

Unterteilte Säulen. Ornament als Prozess

Subdivided Column - a procedural approach to ornament

Keine gläserne oder betonene Moderne wie Neutra, klassisch und schön; kein Manierismus wie Gehry; – nein, es geht um den Entwurfsprozess selbst, der mit neuer Technologie, computergestützt, gesteuert wird!

Banal gesagt: weg vom Raster. Raster hat man gebraucht, als man noch keine Computer hatte, um Komplexität in den Griff zu kriegen…


16. 6. 2011

Langsam, langsam…

kommt auch von anderer – berufener – Seite die Erkenntnis, dass Kunsthandwerk und Kunst nicht getrennte Welten sind und nicht unterschiedlich bewertet werden können…
Grün ist mein Name – Parastou ForouharDas Ornament ist für Vo­gel der Ausweg, wie wir mit Tradition neu umgehen können, ohne sie völlig zu zerstören. Und auch ‘Schönheit’ darf in diesem Zusammenhang wieder Thema sein.”
…sag ich doch, seit 1992, die erste von mir organisierte Podiumsdiskussion im HinterHaus in Wiesbaden zum Thema “Darf Kunst schön sein?”
weiter Sabine B. Vogel: “Die Durchmischung westlicher Kunst – sie habe das Or­nament, den Kitsch, die Volkskunst ‘brutal ausgeschlossen, ja niedergetrampelt’ – mit der aus der indischen und ara­bi­schen Welt bedeute den Beginn einer ‘glo­balen Kunst’.”
Macht des Ornaments, Wien, 2009

Das hat aber in deinem Post von damals zu dieser Ausstellung noch ganz anders geklungen… ja was denn jetzt??


18. 4. 2011

Ornament Kongresse auf der heimtextil

Der Textilbereich, der natürlich das Ornament nie verloren, aufgegeben hat, beschäftigt sich nun aber auch mit dem theoretischen Überbau – auf einmal ist ein Stoffmuster nicht mehr nur ein Stoffmuster, sondern hat Aussage, Bedeutung, Hintergrund!

heimtextil

Dazu werden natürlich Architekten bemüht, die Gralsträger der Formtheorie.

Wann es selbstverständlich sein wird, auch bei Architektenwettbewerben Ornament zu sehen, und wann Ornamente auch ohne Überbau leben dürfen – das bleibt abzuwarten.

Ornamentkongress auf der heimtextil Frankfurt Januar 2011


1. 4. 2011

Die ornamentale Geste

…ein weiteres Ausstellungs-Fundstück, gerade abgelaufen:

Pauline Kraneis Künstlerhaus Dormund: Die ornamentale Geste (mit Teppich! das habe ich mich noch nicht getraut…)

Natürlich darf man nicht einfach Ornament als „ein vordergründig erkennbares System von Wiederholungen auf mathematischer oder konstruktiver Ebene“ machen. Es muss erst in einen Überbau eingebettet werden…


31. 3. 2011

Kosmos/ Ornatus

…dass ich das noch nicht kannte… ist unverzeihlich!!
Kosmos / Ornatus
“…dass ein einfacher Schmuck-Begriff zu kurz greift, sondern Ornamente vielmehr im Sinne des griechischen Begriff des “Kosmos” zugleich als Darstellung von Ordnung anzusehen sind. …”


15. 2. 2011

noch ein Symposium…

… von uns inspiriert … nein, natürlich nicht, aber es passt sehr gut zu unserem Ansatz. Wenngleich wir doch mehr die naturwissenschaftliche Sicht herauszustreichen versuchten – und dieses Symposium ist kunstgeschichtlich orientiert:
„Ornament und…“. Über die Ränder ästhetischer Theorien und Praktiken

16. Tagung des Verbandes Österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, 30. September – 2. Oktober 2011 in Krems an der Donau, Niederösterreich

In letzter Zeit jedoch scheint das Ornament wiederum aus der Latenz zu treten, denn sowohl die theoretische als auch die künstlerische Auseinandersetzung haben zugenommen…“

Die Vorankündigung kommt ohne jegliches Bildmaterial aus – als logische Konsequenz aus einer immer stärkeren Abstraktion, als die man das Ornament ja auch sehen kann?


27. 12. 2010

Islamic pattern at The Princes School of Traditional Arts

Sie lehren u.a. die Herstellung islamischer geometrischer Muster - und Sgraffito wird gezeigt!

Islamic patterns and sacred geometry (youtube)


Naim Nigmatov bietet bei seiner Vortragsreise im Mai Workshops dazu an. Siehe “Moschee und Muster”.


6. 1. 2010

Parastou Forouhar

… sie bekommt einen eigenen Eintrag

Sie zeigt in der Ausstellung „Taswir“ (siehe nächster Blogeintrag) u.a. Arbeiten aus der Serie: Rot ist mein Name, Grün ist mein Name

rotes Muster mit Störungen

– umwerfend.

Das ist pattern project…

Eine große Produktion, nie langweilig, nie sich selbst reproduzierend. Und auch sonst ist die Frau schwer beeindruckend. Eine Kämpferin für Menschenrechte ihrem Land, in ständiger Gefahr, die ihre Eltern durch politischen Mord verloren hat.

Liebe Künstler hierzulande, da werdet ihr so klein mit Hut mit eurem Wichtiggetue!


5. 1. 2010

Schnell hin! „Taswir“ noch bis 18. Januar

Die Berliner Festspiele zeigen im Martin-Gropius-Bau mit der Ausstellung „Taswir – Islamische Bildwelten und Moderne“ eine aktuelle Sicht auf Ausdrucksformen islamisch geprägter Bildwelten.

Blick in die Ausstellung mit TeppichFragen werden aufgeworfen: „Islamische Kunst“ – gibt es das? Ist das nicht nur die Sicht des Westens? Oder „Moderne Kunst“ – sie scheint der Maßstab aller Kunst zu sein, die sich „hohe“ nennen darf. Aber mit welchem Recht darf sie diese Vorherrschaft und diesen Absolutheitsanspruch eigentlich – immer noch – vertreten?

Sogar Pierre Bourdieus Kultur- und Geschmackskritik wird einbezogen…
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