Pattern Project

20. 9. 2010

Pattern Project – Symposium 2006 in Mannheim

Das Ornament wurde schon oft abgeschafft. Immer wieder gilt es als geschmacklos und taucht doch bald wieder aus der Versenkung auf. Der Grund: Wir Menschen erkennen die Welt durch ornamentale Informationen: Muster, Rhythmen und Schwingungen.
Wir bestehen sogar daraus.

Das Konzept

Das Pattern Project führt im Oktober 2006 Kunst und Wissenschaft zusammen. Es zeigt aktuelle künstlerische Arbeiten zum Themenkomplex Muster, Rhythmus, Ornament. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liefern mit Fachreferaten neue Erklärungen für diese ästhetischen Phänomene, und die Kunst macht diese Erkenntnisse intuitiv zugänglich.

menschen schauen durch Fenster aufs Mannheimer Schloss

Foto: Alexander Bergmann

Kunst

Ausstellung von Malerei, Fotografie, Installation
Performance
Pattern Blog – publizistische Projektarbeit mit Besucherbeteiligung

Wissenschaft
Fachreferate aus den Bereichen Mathematik, Theoretische Physik, Kunstgeschichte, Hirnwissenschaft, Soziologie und Architektur


9. 11. 2006

Dr. Hans Wernher von Kittlitz – Einführung

Ornament – die Peripherie im Zentrum der Kunst

Meine Damen und Herren,

wenigstens aus meinem Blickwinkel beginnt diese Veranstaltung mit einer ganz besonderen ornamentalen Konstellation, die unter der Bezeichnung einer Quadratur des Kreises ebenso geläufig wie unbekannt ist. Vielleicht ist die mir gestellte Aufgabe einer Einführung um so ehrenvoller, als sie eigentlich unlösbar ist. Wie könnte es gelingen, auf eine Ausstellung mit zehn heterogenen Künstlerpersönlichkeiten einzugehen und zugleich auf ein Symposion mit Vortragenden ganz unterschiedlicher fachlicher Provenienz vorzubereiten? (more…)


Prof. Dr. Helmut Neunzert – Vortrag

„Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang“ (Rilke)

Anmerkungen zu Symmetrie und zu Symmetriebrüchen in Kognition und Ästhetik

Das – besser – die Themen der Ausstellung und des Symposiums: „Pattern Project – Ornament, Spiegel subatomarer Welten“, wie auch die Texte des Flyers, machen eine Annäherung nicht einfach. Als Gertrud Schrenk mir davon erzählte, kam ich mir vor wie der Fuchs in einer Fabel des Aesop. Da sitzt ein kranker Löwe in einer Höhle, an der der Fuchs vorbei kommt. „Warum kommst du nicht herein?“ fragt der Löwe. Darauf der Fuchs: „Ich träte schon ein, wenn ich nicht sähe, dass viele Spuren hinein führen, aber keine hinaus.“ (more…)


Dr. Christina Threuter – Vortrag

„Ausgerechnet Bananen:
Die Ornamentfrage bei Adolf Loos oder die Evolution der Kultur“

Josephine Baker berichtet in ihrer Autobiographie Ausgerechnet Bananen: „Paris ist einem wahren Vergnügungsrausch verfallen, es dürstet nach Amüsements: ich amüsiere es. In meinem Nachtklub streiche ich den Herren über den Schädel und zupfe sie am Bart, wenn sie einen haben, ich mache den Damen Komplimente und bringe ihnen den Charleston bei und manchmal spreche ich auch ernsthaft mit solchen, bei denen sich die Mühe lohnt.“1
Auch der Architekt Adolf Loos soll, einem Bericht zufolge bei dem afroamerikanischen Revuestar Josephine Baker den Charleston gelernt haben.2 (more…)


Prof. Dr. Heinz Wässle – Vortrag

„Das Auge als Fenster zum Gehirn“

Beim Leser dieser Zeilen entstehen Bilder der Buchstaben im Auge, werden im Sehnerven ins Gehirn geleitet und dort als Worte und Sätze verstanden. In diesem engeren Sinn ist das Auge ein Fenster unseres Gehirns und gewährt uns Ausblicke auf die Umwelt. Der Titel Fenster zum Gehirn soll jedoch auch das Forschungsgebiet des Verfassers darstellen: Welche Einblicke in den Aufbau und die Funktion des Gehirns gewinnen wir durch die Erforschung der Netzhaut des Auges und des Sehsystems? Beide Blickrichtungen, die des Lesers, wenn er die folgenden Bilder und optischen Täuschungen interpretie­ren muß, sowie die des Verfassers, der die Funktionszusammenhänge des Auges erklärt, werden auf den folgenden Seiten abwechselnd zu finden sein und hoffentlich das Fenster zum Gehirn einen Spaltbreit öffnen. (more…)


Prof. Dr. Burkhart Schmidt – Vortrag

„Kritische Theorie des Ornaments“

Ich freue mich, hier anstelle meines Kollegen und meines Freundes aus Frankreich, Gerard Raulet (Sorbonne) sprechen zu dürfen, mit dem zusammen ich zwei Bücher zum angesagten Thema des Ornament-Problems herausgegeben habe: „Kritische Theorie des Ornaments“ und „Vom Parergon zum Labyrinth“ (beide erschienen im Böhlau Verlag Wien/Köln/Weimar). Ich freue mich aber auch, im Zusammenhang mit einigen Naturwissenschaftlern zu dem Thema zu sprechen. Denn das mehrt sich glücklicherweise, daß in Kunstdebatten sich Geisteswissenschaftler und Naturwissenschaftler begegnen, nicht, um, wie früher, ihre entgegengesetzten Einstellungen einander abzutauschen, sondern um nach Übereinstimmungen in den Überschnitten ihrer Überlegungen zu suchen.

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Georges Bloch

Muster und Ornament in der Computermusik

Zweierlei „Ornamente“

In der Musik kann der Begriff „Ornament” zwei verschiedene Bedeutungen haben.

Zunächst führt er auf das zurück, was zu einem musikalischen Text hinzugefügt wird. Dies ist die traditionelle Begriffsbestimmung des Ornaments in der Musik, die sich von der Bedeutung des „Ornaments” in den anderen Künsten erheblich unterscheidet. (more…)


10. 8. 2006

Programm

Samstag, 7. Oktober 2006 – Vernissage

15 Uhr Hans Wernher von Kittlitz: Einführung

  • 16 Uhr Ludger Hovestadt: „Über das Verschwinden der Raster“
  • 16.45 – 17.30 Uhr Pause
  • 17.30 Uhr Christina Threuter: „Ausgerechnet Bananen – Die Ornamentfrage bei Adolf Loos oder die Evolution der Kultur“
  • 18.30 Uhr Henning Genz: „Symmetrie – Bauplan der Natur“
    Wir haben einen großen Verlust zu beklagen: Prof. Henning Genz ist völlig unerwartet verstorben. Mit seiner großen Stärke, die Verbindung zwischen Physik und Philosophie einem breiten Publikum nahe zu bringen, hätte er noch viele weitere interessante Beiträge in die Welt gebracht.

Eintritt Vorträge: 8 Euro

20 Uhr Performance Volkhard Stürzbecher

Musik bis in die Nacht

Werkstatt für Kinder: Alexander Bergmann, während der Vorträge

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Samstag, 21. Oktober 2006

  • 17.30 Uhr Ingeborg Flagge: „Ornament contra Neutralität in der Architektur“

Eintritt: 4 Euro

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Mittwoch, 25. Oktober 2006

  • 17 Uhr „Usbekischer Abend“ mit dem Kulturattaché der usbekischen Botschaft Berlin, Herrn Anvar Hidirov:
    Einweihung der Wandmalerei von Asad Barnoev
    Grußwort Sabine Schirra, Leiterin Kulturamt Mannheim
    Vortrag Dr. Norbert Egger, ehemaliger Erster Bürgermeister Mannheim
    FIlm “Land der Seidenstraße”
    Musik

Der Eintritt ist frei.

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Samstag, 28. Oktober 2006 – Finissage

An diesem Tag öffnet die Ausstellung schon um 14 Uhr, denn später werden Sie keine Zeit mehr haben, durch die Räume zu gehen…

  • 15 Uhr Helmut Neunzert: „Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang“(Rilke)
    Anmerkungen zu Symmetrie und zu Symmetriebrüchen in Kognition und Aesthetik
  • 16 Uhr Burghart Schmidt: „Kritische Theorie des Ornaments“
  • 16.45 – 17.30 Uhr Pause
  • 17.30 Uhr Heinz Wässle: „Das Auge als Fenster zum Gehirn“
  • 18.30 Uhr Walter Greiner: „Symmetrien und Quantenmechanik“
    davor zeigt Ute Reeh ihren neuesten Film: „Beziehungen – Simulation einer Sequenz“, 3 min
  • 19.30 Uhr Georges Bloch: „Ornament in der Musik“

Musik solange Sie wollen

Eintritt Vorträge: 12 Euro; der Besuch der Ausstellung ist frei.


9. 8. 2006

Dr. Hans Wernher von Kittlitz

Einführung

Kunsthistoriker, Frankfurt

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Prof. Dr. Ludger Hovestadt

„Über das Verschwinden der Raster“

Professor für Computer Aided Architectural Design an der ETH Zürich

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