Pattern Project

5. 1. 2010

Schnell hin! „Taswir“ noch bis 18. Januar

Die Berliner Festspiele zeigen im Martin-Gropius-Bau mit der Ausstellung „Taswir – Islamische Bildwelten und Moderne“ eine aktuelle Sicht auf Ausdrucksformen islamisch geprägter Bildwelten.

Blick in die Ausstellung mit TeppichFragen werden aufgeworfen: „Islamische Kunst“ – gibt es das? Ist das nicht nur die Sicht des Westens? Oder „Moderne Kunst“ – sie scheint der Maßstab aller Kunst zu sein, die sich „hohe“ nennen darf. Aber mit welchem Recht darf sie diese Vorherrschaft und diesen Absolutheitsanspruch eigentlich – immer noch – vertreten?

Sogar Pierre Bourdieus Kultur- und Geschmackskritik wird einbezogen…

Schon der Katalog ist umwerfend. Endlich einmal Fragestellungen, die befriedigen. Die die Grenzen der westlichen Kunst-Inzucht dekonstruieren, mit ihren klaren Pseudoantworten: Kunsthandwerk ist keine Kunst, und Ornament ist Deko.

Islamische traditionelle Muster lassen sich kunstwissenschaftlich noch adeln; aber wenn moderne Bauten in osmanisch geprägten Ländern die traditionellen Stilelemente verwenden, ist das Kitsch.

Ein weiterer Anlass, die Gesetze der “Avantgarde” auf den Prüfstand zu stellen.
Köln Moschee Neubau So werden hierzulande neue Moscheen im traditionellen Modernismus erbaut!


Moschee Neubau Visualisierung Im Vergleich dazu ein projektierter Neubau eines aktuellen usbekischen Architekten, Naim Nigmatov – wir planen gerade seine Vortragsreise – ; hiesige Architekten schlagen da die Augen nieder!
Visualisierung Hotelbesonders bei so etwas:

Bei diesem Architekten finden wir: weltliche und religiöse Architektur; gezeichnete und gemalte Miniaturen; Entwürfe von Seidenteppichen, von seiner Frau handgefärbt und -geknüpft; alles Kunsthandwerk?

Wie wohltuend da diese Ausstellung, die den Blick weitet! Nicht zuletzt, da dieser hegemoniale, westzentrierte Blick mit politischem Verhalten korrespondiert… und umgekehrt.